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October 6th, 2009 · No Comments

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see the complete article here: COOP ZEITUNGText: Thomas Compagno | Fotos: Georgios Kefala

DIE KUNST PAPIER ZU FALTEN

Origami. Er ist Schweizer mit südafrikanischen Wurzeln und einem Flair für die japanische Papierfaltkunst: Sipho Mabona und die Liebe zum Falten.

Er steht am Anfang seiner Karriere, doch Sipho (sprich: Sipo) Mabona gehört schon zu den grossen seines Metiers, dem Origami. 2008 stellte er einige Exponate in einer Galerie in Tokio aus und erntete anerkennendes Lob im Mutterland der Papierfaltkunst. Im gleichen Jahr waren seine Werke auch in Vancouver zu sehen, und ein Jahr zuvor stellte er in New York in einer Gruppenausstellung aus. Dieses Jahr waren etwa 40 Ausstellungsstücke in Luzern zu sehen, Mabonas erste Einzelausstellung und seine erste Ausstellung in der Schweiz.

Als kleiner Bub hat der 29-Jährige gerne Papierflieger gefaltet – Papierflieger, die immer noch besser und noch länger flogen. Doch irgendwann gingen dem ambitionierten Jüngling die Vorlagen aus. Da beschloss Sipho, sich mit Origami zu befassen. Es sollte ihm die Grundlagen und das Wissen liefern, das er für weitere, noch bessere Flieger brauchte. Damit hat sich der Origami-Virus bei Mabona eingenistet. Den Bubentraum vom Weltrekord des längsten Flugs mit einem Papierflieger hat Sipho Mabona natürlich nicht aufgegeben – er liegt bei 27,9 Sekunden. Aber im Moment fehlt ihm dafür die Zeit. Der Luzerner mit südafrikanischen Wurzeln und einem Faible für die japanische Papierfaltkunst bestreitet heute seinen Lebensunterhalt mit Origami.

Dafür ist er fast pausenlos am Falten und «ab und zu am Studieren», erzählt der Psychologiestudent. Die Semester zähle er nicht mehr. Seine Faltkunst ist in der Werbebranche gleich beliebt wie in der Wirtschaft. Er faltet für Werbekunden, für Schaufensterdekorationen und für die Verpackungsndustrie, aber auch vor und mit Berufsleuten. Teambildung und Problemlösungen im Team sollen die Kader mit Origami üben. Maler können geometrische Formen ausprobieren und Floristinnen erlernen Falttechniken zum Binden von Blumensträussen. So richtig lustvoll sei vor allem das Falten von Papierfliegern, schmunzelt Mabona: «Da können auch Manager wieder ganz Kind sein.»
Aus den einfachen Papierfliegern ist bei Mabona inzwischen eine reiche Fauna geworden. Er faltet Käfer, Tiger, Grashüpfer oder urtümliche Lebewesen. Ganze Koi-Teiche sind in seiner Ausstellung zu sehen, beleuchtet von geometrisch geformten Lampenschirmen. Das Geheimnis seiner Kunst? «Es ist eine Mischung aus gutem Vorstellungsvermögen und Fleiss», sagt Mabona. Bevor aus dem Papier eine dreidimensionale Form wird, weiss Mabona schon, welches Teil des Blattes am Ende wohin kommt und welchen Teil es formt.
Gefaltet werden die Werke immer aus genau einem quadratischen Blatt Papier, ohne Schneiden oder Reissen des Papiers. Grössere Werke bestehen nicht aus vielen Blättern, sondern aus einem mit einer langen Seitenlänge. Sein bisher grösstes Stück – einen lebensgrossen Tiger! – hat Mabona für die Leichtathletik-WM in Berlin aus einem Blatt mit 5,4 Meter Seitenlänge gefaltet. Die einzige Hilfe, die sich Sipho Mabona erlaubt, ist Weissleim oder ein anderer Klebestoff. Nicht als Falthilfe, sondern damit die teilweise filigranen Faltwerke beim Transport die Form behalten.
Heute kann Mabona von der Origami-Kunst leben. «Das ist etwas, was ich mir immer gewünscht hatte», sagt er. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich der gelernte Lehrer durch Unterrichten über Wasser halten musste. Nun trimmt er statt Schülerinnen und Schüler Papier und Filmmaterial. Was dabei herauskommt, zeigt er auch auf seiner Website.

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